05.11.2014

Abschiedsfest für Aua

Aua kehrt nach Afrika zurück - Aus 3 Monaten Behandlung in Bad Kreuznach wurde ein halbes Jahr. Grund genug für ein Abschiedsfest. Die Reise der siebenjährigen Aua von Guinea-Bissau nach Deutschland begann im April.

 

Zum Abschied ein Fest: In dem folgenden link findet ihr einen Beitrag des SWR zu der Geschichte von Aua und ihrem Abschied aus Bad Kreuznach. Abschiedsfest für Aua aus Bad Kreuznach

Die Reise der siebenjährigen Aua von Guinea-Bissau nach Deutschland begann im April. In dem armen westafrikanischen Land konnten die Ärzte ihr nicht mehr helfen. Eine bakterielle Infektion – Noma oder Wangenbrand genannt – hatte ihr ein riesiges Loch in der Mitte ihres Gesichtes gefressen. Ein normales Antibiotikum hätte dies verhindern können, doch dieses war damals vor Ort nicht verfügbar. Die Hilfsorganisation Noma e.V. von Ute Winkler-Stumpf aus Regensburg organisierte deshalb die Behandlung in Deutschland. Bei Aua war eine spezialisierte plastisch-chirurgische Versorgung notwendig, zu der sich Dr. André Borsche mit seinem Interplast-Team in Bad Kreuznach bereit erklärt hatte.
 
 Die Krankenschwester Anita hatte das Kind begleitet und beide fanden bei Familie Dhonau ein liebvoll betreutes Heim. Zunächst war eine Behandlungsdauer von etwa 3 Monaten geplant. Doch die Mittelgesichtsrekonstruktion gestaltete sich schwieriger als erwartet. Dr. Borsche und befreundete Spezialisten beteiligten sich an den insgesamt sechs aufwendigen Operationen im Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach. Aus dem Rücken wurde Haut, Muskel und Knochen in das Gesicht mikrochirurgisch transplantiert. Später erfolgte dann die Ausformung der Nase durch ein Nasengerüst aus Rippenknorpel und eine Hautbedeckung mittels zuvor aufgedehnten Stirnhautgewebe. Abschließend galt es die Oberlippe wiederherzustellen. Obwohl Aua alle Operationen erstaunlich gut überstanden hat, kam es zwischen durch in dem vernarbten Gewebe immer wieder zu Wundheilungsstörungen. Hier war ein unermüdlicher Einsatz von Krankenschwestern, Pflegern und Ärzten von der Kinderabteilung, Plastischen Chirurgie, Anästhesie- und OP-Abteilung gefordert. Letztendlich wurden aber alle Bemühungen belohnt: Nach sechs Monaten konnte die Behandlung von Aua vorerst erfolgreich abgeschlossen werden.
 Schließlich erhielt sie noch eine künstliche Nase zum Aufkleben zum Schutz vor der starken Sonnenstrahlung in ihrem Heimatland Guinea-Bissau. Diese wurde von dem Epithetiker Jörn Brom aus Heidelberg kunstgerecht geformt, der schon wiederholt Interplast-Kinder unendgeldlich mitversorgt hatte.
 
 Während des Aufenthaltes in der Region Bad Kreuznach zeigte sich eine große Welle der Sympathie von allen Seiten. Ein großartiges Benefizkonzert in der Diakonie-Kirche, eine finanzielle Unterstützung durch die Bürkle-Stiftung und die Interplast Sektion Bad Kreuznach sowie viele private Initiativen nahmen engagiert an dem Schicksal der kleinen Aua Teil. Zum Abschluss gab Hilde Dhonau noch ein bewegendes Abschiedsfest, Anita kochte afrikanisch und Aua spielte vollkommen ungehemmt mit der fröhlichen Kinderschar, als wenn nie etwas gewesen wäre. Was für eine Verwandlung doch die aufwendige Behandlung bewirkt hat :
 Aus einem total verschüchterten, ausgestoßenen Kind ist ein glücklicher Mensch geworden, der sich in der Gemeinschaft richtig wohlfühlt. Möge ihr dies auch in Afrika weiter vergönnt sein. Ein größeres Dankeschön können sich alle Helfer und Freunde gar nicht wünschen.
 
 Liebe Grüße euer
 André Borsche

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