11.11.2016

Aua begeistert bei 2.Besuch viele Menschen unserer Region

4 Monate war die 7jährige Aua zur Behandlung in Bad Kreunach. Wir danken für das großartige Engagement.

Was hat das kleine Mädchen Aua aus dem westafrikanischen Guinea-Bissau alles in Bad Kreuznach erlebt, wohin sie zum zweiten Mal zur Operation durch INTERPLAST eingeladen wurde?

Kurz nach der Geburt war ihr Gesicht durch eine Wangenbrand-Infektion zerstört worden und gelangte über die „Hilfsaktion Noma e.V.“ dank Ute Winkler-Stumpf aus Regensburg zu Dr. André Borsche ins Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach. Bereits 2014 waren hier aufwendige plastische Gesichtsrekonstruktionen erfolgt, die es nun zu komplettieren galt.

Der jetzige Aufenthalt des siebenjährigen Mädchens begann zunächst mit einem Paukenschlag: Familie Dhonau aus Bad Kreuznach, die auch diesmal wieder Aua rührend betreute, hatte mit Freunden im Kurpark ein hochkarätiges Benefizkonzert arrangiert. Bei wunderschönem Wetter verzauberte die Peter-Götzmann-Band Jazz Hopp Rhythm ein begeistertes Publikum, das sich zum Schluß  tanzend in den Armen lag. André Borsche und Heike Kaster-Meurer sahen sich in eine „Woodstock“ Stimmung eingebettet und Aua tanzte anfangs schüchtern, dann aber ausgelassen mit. Die kreuznacher Wandergruppe "Wehe Füße" sorgte zusätzlich für Spenden für die anstehende Behandlung.

Und dann wurde es ernst. Zusammen mit dem Mikrochirurgen Prof. Götz Giessler aus Kassel erfolgte die zehnstündige Gesichtsrekonstruktion, wobei Gewebe aus dem Oberschenkel mit Gefäßanschluss unter dem Mikroskop ins Gesicht transplaniert wurde. Die perfekte Zusammenarbeit der Plastischen Chirurgen, Anästhesisten und Kinderärzte, sei es Ärzte oder Pfleger und Schwestern wurde durch einen schönen Operationserfolg belohnt. Doch die Freude hielt leider nicht lange an. Das quirlige Mädchen war zwar schon nach wenigen Tagen wieder sehr munter, doch kam es eines Nachts dazu, dass die frisch transplantierten Gefäße durch eine falsche Kopflage abgedrückt wurden. Alle operativen Versuche sie wieder durchgängig zu machen misslangen, so dass ein neuer Rekonstruktionsanlauf mittels Hauttransplantationen erforderlich wurde. Diesmal war dann das Ergebnis auch von dauerhaftem Effekt.

Zurück bei Familie Dhonau folgten noch schöne Tage der Erholung in Bad Kreuznach und im Naheland mit Fahrradfahren, Golfspielen und Kindergeburtstagen. Jedes Mal wenn Aua mit Gastmutter Hilde Dhonau zum regelmäßigen Verbandswechsel ins Diakonie Krankenhaus bei Dr. Borsche vorbeischaute, war es eine Freude zu sehen, dass sich der große Aufwand wirklich gelohnt hat. Alle die hier eine Unterstützung geleistet haben, sei es durch einen wesentlichen Geldbetrag wie die Bürkle Stiftung mit Gudrun Wiest, die Soonwaldstiftung mit Herbert Wirzius, Christel Hausmann mit einer Geburtstagspende oder auch die vielen anderen Spender, sie alle werden belohnt, gemeinsam einen jetzt sehr glücklichem Mädchen zu einem neuen Leben verholfen zu haben.

Inzwischen ist Aua wieder in Ihre Heimat nach Guinea-Bissau zurückgekehrt und wurde freudig in ihrem Dorf von ihren Eltern aufgenommen. Dankbar lassen sie uns wissen, dass Aua jetzt ihr Gesicht nicht mehr verstecken muss.

André Borsche

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