25.05.2014

Die Narben auf den Seelen kann man kaum behandeln

2. Jordanien Einsatz für syrische Kriegsverletzte - Erneut waren Dres. Borsche in Jordanien und konnten im Team während 3 Tagen 51 Eingriffe vornehmen. Diesmal war INTERPLAST in Zusammenarbeit mit dem befreundeten Experten für Katastrophenchirurgie aus Lyon, Dr. Remy Zilliox und unter der erneuten organisatorischen Leitung des Plastischen Chirurgen Dr. Abdulaziz al Rasheed und seinen Kollegen aus Kuwait im Einsatz.

In dem von Kuwait finanzierten Krankenhaus haben schwer entstellte und verstümmelte Kinder und Jugendliche mit ihren Angehörigen Notfallversorgung und Zuflucht gefunden. Hier dürfen sie ein wenig verschnaufen: hier, eine Autostunde von der Grenze nach Syrien entfernt, herrscht Frieden, die Betten sind sauber, die Pflege ist gut.

Doch wer hilft dem jungen Mann, den Verlust seines rechten Beines zu verarbeiten, nachdem genau vor einer Woche eine Granate unter ihm explodierte und seinen Freund neben ihm in den Tod riss? Wir säubern seine Wunden und legen einen Stumpf an, auf den eventuell einmal eine Prothese gesetzt werden kann.

Beim abendlichen Rundgang über die Station grüßt uns ein Patient vom letzten Mal: Wer hätte vor 8 Wochen gedacht, dass sein zerschossenes und vereitertes Becken noch einmal heilen würde? Doch tatsächlich sind inzwischen bis auf eine kleine Fistel alle Wunden geschlossen!
Auch allen anderen Patienten von unserem Einsatz Mitte März geht es gut. Sie sind lange schon entlassen. Das Krankenhaus ist froh über die freien Betten, denn täglich kommen neue Schwerverletzte über die syrische Grenze.

An diesem Abend sind wir beim Botschafter von Kuwait eingeladen. Wir danken ihm für die konsequente und langfristige Finanzierung der Hilfe für syrische Patienten.
Zum Schluss hält ein jordanischer Bundesrichter eine bewegende Ansprache: 
Jeder, der den leidenden Flüchtlingen hilft, sei seinem Land willkommen. Denn, so fährt der Rechtsgelehrte fort, „Wie spricht unser Herr? Ich war krank und Du hast mich besucht, ich war durstig und Du hast mich erquicket. Was Du getan hast dem geringsten meiner Brüder, das hast Du mir getan.“

Eva Borsche

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