28.12.2016

Großzügige Spende durch regionalen Unternehmer an INTERPLAST

„Seit dem schweren Schicksalsschlag vor 16 Jahren leben wir sehr zurückgezogen“, sagte Klaus Landgraf von „Landgraf Logistik, Investment, Motorsport“ beim Pressegespräch im Bosenhof. Trotzdem habe man die Region im Blick, fühle sich hier verwurzelt, ohne großartig aufzufallen. Mitunter meldet sich der Unternehmer aber doch in der Öffentlichkeit zurück, um Gutes zu tun. Am Vortag von Heiligabend übergab er nun im Beisein von Julia Klöckner sowie Steuerberater Nils Nünke und Bankfachmann Patrick Stieb einen Scheck: 20 000 Euro durfte Dr. André Borsche für INTERPLAST entgegennehmen.

Allgemeine Zeitung | Stadt Bad Kreuznach  – „Wir wissen, wie schön es ist, wenn man Hilfe erfährt“, sagte Landgraf aus eigener furchtbarer Erfahrung. 2000 hatten er und sein damals sechsjähriger Neffe Jakob bei einem Dreifachmord die Familie verloren, der Vater des Jungen wurde wegen Anstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. In den ersten zwei, drei Tagen nach diesem Schicksalsschlag habe er sich überlegt, wie er möglichst schmerzfrei aus dem Leben scheiden könnte, gab der Hausherr zu. Der Gedanke an den Neffen hielt ihn aber davon ab. „In den ersten Jahren haben wir uns gegenseitig gestützt“, sagte Landgraf, der sich dann als Ablenkung auch richtig in die Arbeit stürzte und sein 1997 gegründetes Logistik-Unternehmen mit damals 23 Mitarbeitern zu einem bundesweit agierenden Konzern mit eingetragener Marke ausbaute. Dazu zählen eine Niederlassung in Hamburg, mehrere Logistikunternehmen, die auch für „Global Player“ wie etwa Unilever tätig sind, Reit- und Motorsport sowie ein Yacht-Charter-Unternehmen im Mittelmeer. Diese Größenordnung erlaube ihm nun die Rückbesinnung auf das Prinzip „Think global, act local – denke global und handle lokal“. Nach diesem Motto handelt auch André Borsche, der mit der örtlichen INTERPLAST-Sektion weltweit engagiert ist, um Menschen dort zu helfen, wo Medizin nur für ganz Reiche erhältlich ist. Das jahrelange überzeugende Engagement des plastischen Chirurgs, seine Aufopferung für fremde Menschen hatten Landgraf stark beeindruckt und zur Spende bewogen.

Laut Borsche ist es ein Segen für INTERPLAST, mit welcher Ernsthaftigkeit einfache Menschen und Geschäftsleute aus der Region diese Arbeit unterstützen. Tief beeindruckt war er von der Dimension des Landgraf-Schecks, der viele Möglichkeiten zur Hilfe eröffne. Bei wöchentlich zwei, drei Anfragen nach Hilfe müsse das Team schon genau abwägen, welche Kinder und Jugendliche man nach Deutschland holen könne, um sie mit Hilfe von plastischer Chirurgie von behindernden und oft auch stigmatisierenden Entstellungen zu befreien. Immer wieder müsse man auch Absagen erteilen, weil die Kapazitätsgrenzen erschöpft seien oder wieder ein Geldpolster angespart werden müsse.

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