14.06.2014

Hilfe für entstelltes Mädchen aus Polen

Sara aus Polen hat eine Odyssee hinter sich bis ihr in Bad Kreuznach geholfen werden konnte. Die Eltern waren verzweifelt auf der Suche nach einer Behandlungsmöglichkeit des riesigen Blutschwamms (Hämangiom) an Wange und Mund ihrer 12 jährigen Tochter. In Polen hatten die Ärzte versucht, die zuführenden Gefäße des gutartigen Gefäßtumors zu unterbinden, leider aber ohne wesentlichen Effekt. Er wuchs immer weiter, so dass Sara gar nicht mehr den Mund schließen konnte. Viermal waren sie extra nach Brüssel gefahren, um durch eine Lasertherapie, die Größe der Gefäßgeschwulst zu reduzieren. Trotz alle dem war die Deformierung des Gesichtes, insbesondere des rechten Mundwickels weiterhin so entstellend, dass die Eltern nicht aufgeben wollten, nach einer plastisch-chirurgischen Korrektur für ihr Kind zu suchen. Maria Klassen aus Worms hatte dann den Kontakt zu INTERPLAST Bad Kreuznach hergestellt. Sie hatte bereits viele Kinder aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern zur Operation nach Bad Kreuznach vermittelt und sorgte sich jeweils selber rührend um die ausländischen Gäste, vor und nach der Krankenhausbehandlung bei sich zu Hause.

Saras Eltern zunächst noch sehr skeptisch, ob die von Dr. Borsche vorgeschlagene Operation tatsächlich die erhoffte Verbesserung bringen würde. Zu oft waren sie schon enttäuscht worden und fürchteten mögliche Komplikationen. Auch rechneten sie damit, dass immense Kosten auf sie zu kommen würden, die sie niemals aufbringen könnten. Doch hier kam gleich eine befreundete Hilfsorganisation „pro-interplast Seligenstadt“ zur Hilfe. Reinhilde Stadtmüller sicherte der Familie zu, einen Teil der Behandlungskosten zu übernehmen. Aber auch in Worms und Bad Kreuznach wurde für Sara gesammelt und bald war klar, dass es an der finanziellen Hürde nicht scheitern würde, zumal das Team der plastischen Chirurgie kostenlos operieren würde.

Schließlich wurde Sara voll banger Erwartung liebevoll von den Ärzten und Schwestern der Kinderabteilung von Dr. Christoph von Buch aufgenommen und auf die Operation vorbereitet. Auch die Narkoseärzte der Anästhesieabteilung von Dr. Gerd Engers schafften es, durch eine vertrauensvolle Atmosphäre dem Mädchen die Angst zu nehmen. Und tatsächlich verlief die vierstündige Operation so reibungslos, dass nicht mal ein Tropfen Blut verloren ging. Dr. Borsche konnte den Eltern die frohe Botschaft überbringen: „Wir haben es geschafft, Sara von dem Hämangiom zu befreien und den Mundwinkel zu rekonstruieren. Sie wird bald wieder normal lachen können!“

Ein Woche war die rechte Gesichtshälfte noch geschwollen, dann aber zeigten sich bei ungestörter Heilung die normalen Gesichtkonturen. Erst etwas ungläubig, dann aber mit ungebremster Freude fühlte sich Sara wie neugeboren. Ihr größter Wunsch, normal wie all die anderen Kinder auszusehen, war in Erfüllung gegangen.

Euer
André Borsche



zurück