23.06.2014

Noma-Kind - Aua zur Behandlung in Bad Kreuznach

Wer hätte sich jemals soviel Solidarität für ein siebenjähriges Mädchen aus dem fernen Afrika vorstellen können, dass in seiner Heimat Guinea-Bissau eine der grausamsten Erkrankungen überlebt hatte und von einer totalen Gesichtsentstellung gezeichnet war?

Dem Mädchen namens Aua war in Folge einer frühkindlichen Noma-Infektion das ganze Mittelgesicht weggeschmolzen, so dass Nase, Oberlippe und Knochen fehlten und man in ein tiefes Loch schaute. Die Eltern hatten ihr Kind versteckt und immer wenn es sich zeigte, trug es ein Tuch vor dem Gesicht, um den Menschen keinen Schrecken einzujagen.
 
Diese Erkrankung war vor einigen Jahrhunderten auch noch in Deutschland als Wasserkrebs oder Wangenbrand bekannt. Ein normales Antibiotikum könnte die verheerenden Folgen dieser Infektion verhindern, doch dieses stand der armen Familie in Afrika nicht zur Verfügung.
 
Nun verdankt Aua die Wendung ihres Schicksals einer Vielzahl von „Fügungen“, die mit Frau Ute Winkler-Stumpf aus Regensburg begann und letztendlich über INTERPLAST in Bad Kreuznach landete. Seit 1994 engagiert sich Winkler-Stumpf mit ihrer „Hilfsaktion Noma“ für die entstellten Kinder im Niger und Guinea-Bissau. 

So stieß sie auch auf die kleine Aua und schickte die Bilder André Borsche im Diakonie-Krankenhaus Bad Kreuznach, der schon mehrfach Noma-Patienten geholfen hatte. Auch in diesem Fall bestand die Möglichkeit Aua nach Deutschland einzuladen, wohl wissend, dass mehrere Operationen erforderlich sein würden und sie einige Monate in Bad Kreuznach bleiben müsste. INTERPLAST durfte dabei auf das Angebot von Hilde und Hans-Gert Dhonau zurückgreifen, die sofort bereit waren, das Mädchen und Anita, eine begleitende Krankenschwester aus Afrika, bei sich zu Hause aufzunehmen und zu betreuen.
 
Da es sich aber um einen besonders schweren Fall von Noma handelte, bedurfte es der Unterstützung eines befreundeten Spezialisten, Prof. Goetz Giessler aus Kassel. Zehn Stunden zauberte der mikrochirurgische Meister aus dem Schulterblattknochen und der Rückenhaut eine stabile Bedeckung für das zentrale Noma-Mittelgesichtsloch von Aua. Das Anästhesie-, OP-Pflege- und Ärzte-Team der Plastischen Chirurgie arbeiteten phantastisch zusammen und alle waren sehr glücklich, so effektiv geholfen zu haben.
 
Inzwischen sind Aua und Anita schon wieder daheim bei ihren Gasteltern. Dank der einfühlsamen Atmosphäre bei den Dhonaus hat sich das lebhafte Mädchen bereits mit ihrem neuen Gesicht angefreundet. 
 
Die Finanzierung dieser aufwendigen Behandlungen wollen INTERPLAST Germany - Sektion Bad Kreuznach und die Bürkle-Stiftung übernehmen.
 
Ganz unverhofft erhalten sie nun Unterstützung von dem bekannten Trio „Thirty Fingers“. Petra Erdmann – Querflöte, Peter Götzmann – Schlagzeug und Joe Völker – Klavier werden am Sonntag, den 20.Juli um 19.00 Uhr, ein Benefizkonzert in der Diakoniekirche Bad Kreuznach zu Gunsten von Aua geben. 
 
Gemeinsam etwas bewegen, dass einen Menschen glücklich macht: die strahlende Lebensfreude der kleinen Aua wird unser größtes Geschenk sein.
 
 Euer
 André Borsche

zurück