13.06.2017

Zwei afghanische Kinder erhalten medizinische Notfallhilfe

Während uns in letzter Zeit aus Afghanistan nur traurige Botschaften erreichen, können wir uns über deutsche Hilfe für zwei schwer verletzte afghanische Kinder freuen, die erfolgreich in Koblenz und Bad Kreuznach über viele Monate behandelt wurden.

Die Hilfsorganisationen Kinder brauchen uns e. V. und Interplast Germany - Sektion Bad Kreuznach haben hier gemeinsam unbürokratisch und schnell den beiden Kindern eine medizinische Versorgung ermöglicht.

Die 10 jährige Raisa hatte einen schweren Verkehrsunfall erlitten und musste auf Grund der lebensgefährlichen Verletzungen bereits in Kabul am Unterschenkel amputiert werden. Doch es verblieb eine große, offene Fleischwunde mit zerstörtem Oberschenkelknochen, die so stark infiziert war, dass sie es nicht ohne eine spezialisierte Therapie überlebt hätte. Auf Vermittlung von Julia Klöckner war Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bereit, das Kind im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz behandeln zu lassen. Chefarzt Erwin Kollig und sein Team waren voll im Einsatz, um durch Operationen und Intensivbehandlung Raisa ein Überlebenschance zu schenken. Nachdem die Infektion beherrscht, der Knochen gerichtet und das Bein noch einmal nachamputiert worden war, ging es dem Mädchen langsam wieder besser. Inzwischen ist sie wieder wohlauf und erhält dieser Tage eine Beinprothese, mit der sie schon gute Fortschritte beim Gehen macht. Bald wird sie nun in ihre Heimat zu ihren Eltern dürfen, die sie dankbar wieder aufnehmen werden.

Der 7 jährige Shamsuddin, den wir seit fast einem Jahr bei uns in Bad Kreuznach behandeln, hatte ein ähnliches Schicksal erlitten: Er überlebte einen Verkehrsunfall in Afghanistan und stand kurz vor der Beinamputation. Wir hatten uns im August letzten Jahres entschieden alles dranzusetzen, um sein Bein zu retten, selbst wenn es viele Monate dauern und sehr viel Geld kosten würde. Inzwischen sind über 12 Operationen im Diakonie Krankenhaus erfolgt, der zerstörte infizierte Knochen wurde entfernt, Muskelgewebe vom Rücken transplantiert und eine Knochenverlängerung über einen äußeren Spanner realisiert. Leider ist der Knochen noch nicht so stabil verheilt, dass er mit Raisa zusammen zurückfliegen kann. Er sitzt noch im Rollstuhl und kann vielleicht in 2 Monaten nach Hause. Hier haben viele Geldgeber wie die "Bürkle Stiftung" und Förderverein Lützelsoon & Soonwaldstiftung "Hilfe für Kinder in Not" schon geholfen, einen Teil der Behandlungskosten mitzutragen.

Nun werden sich Raisa und Shamsuddin zum ersten Mal im Rahmen eines kleinen Abschiedsfestes in unserer Region treffen. An Fronleichnam läd Klaus Landgraf vom Bosenhof die beiden Kinder zusammen mit den an der Behandlung Beteiligten, Freunden und Sponsoren herzlich ein. Wir hoffen, dass ihnen in der Heimat wieder ein normales Leben möglich sein wird, sie in die Schule gehen können und die Zeit in Deutschland in dankbarer Erinnerung behalten werden.

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