Was mir INTERPLAST persönlich bedeutet

Staunend wie die Zeit vergeht, lasse ich die letzten 20 Jahre noch mal Revue passieren. Seit meinem ersten Einsatz 1990 mit Gottfried Lemperle nach Guinea hat mich Interplast nicht mehr losgelassen. Fasziniert von der Möglichkeit selber durch plastische Operationen so dringend benötigte Hilfe unmittelbar leisten zu können, durfte ich inzwischen 35 Einsätze erleben. Jeder Einsatz für sich einzigartig, ja großartig und Quelle für langanhaltende Freude! Mit aufgeladener Batterie und im Bewusstsein, wie gut es uns doch geht, kann ich anschließend den Alltag in unserer deutschen Heimat  wieder souverän meistern.

Um diese Erfahrung aber auch vielen anderen zu ermöglichen und Interplast weiterzuentwickeln, bedarf es natürlich eines strukturellen Vereinsrahmens und der Bereitschaft, dafür Zeit zu investieren. Es ist dem damaligen Interplast-Vorsitzenden Hans-Elmar Nick zu verdanken, dass er mich frühzeitig und liebevoll auf seine Nachfolge vorbereitet hat. Mit neuer Vereinssatzung und Unterstützung meiner Mitarbeiter Dietmar Scholz, Nuri Alamuti und unserer OP-Schwester Kathrin Sojka konnten wir eine Entwicklung von Interplast voranbringen, die weiter unzählige Begeisterte mit einstiegen ließ. Bis heute freut mich die Großzügigkeit und mentale Offenheit auch Menschen anderer Disziplinen mit ins Interplast-Boot zu holen und damit die Qualität unserer Arbeit zu stärken. Der Aufbau eines verlässlichen Netzwerkes von Gleichgesinnten wurde durch eine Vielzahl von für mich bedeutungsvollen Freundschaften belohnt.

Interplast-Verwaltung, Abrechnungen und der weltweite e-mail Verkehr haben mich in den letzten Jahren bis in die späten Nachtstunden geprägt. Dabei wurde ich von unserer ebenso fleißigen Sekretärin Camilla Völpel unterstützt, der ich auch schon mal nachts um 1 Uhr eine Mail geschrieben habe und prompt sofort wieder eine Antwort erhielt. Unzählige Stunden für Interplast haben auch bei mir Spuren hinterlassen, die mich nachdenklich stimmen, da sicher auch meine Kinder stets viel Verständnis aufbringen mussten, wenn der Papa wieder mit Interplast beschäftigt war. Allerdings freue ich mich über gemeinsame Einsätze mit meiner Frau Eva, in denen wir zusammen gestalten und helfen können.

Was mir Interplast persönlich bedeutet, mögen die folgenden Gedanken verdeutlichen:

1.  Menschen ansprechen, motivieren und begeistern, selber aktiv zu werden. Das Bad Kreuznacher Symposium als Forum der kreativen Individualisten organisieren.

2.  Interplast - dem Verein der Spontis und Weltverbesserer, der operativen Artisten und Lebemenschen eine Struktur geben. Eine Plattform mit der sie leben können und eine Bühne wo sie sich zeigen können und gehört werden. Die strukturelle Kleinarbeit wird durch die ständig wachsende Mitgliederzahl, die Vielzahl der Einsätze und die qualitätsverbessernden Maßnahmen belohnt. So können wir Seriosität und Transparenz unserer ehrenamtlichen Arbeit den uns 
vertrauenden Spendern aufzeigen. 

3.  Interplast - Ein Aufleben in der Plastischen Chirurgie, der operativen Selbstverwirklichung, immer noch staunend wie viel man doch bewirken kann. 

4.  Begeisterung für einen internationalen Austausch, gebahnt durch Freundschaften wie mit Rémy Zilliox nach Frankreich (Interplast France, MSF), fachliches Interesse und Kooperation mit Holland (Interplast Holland) sowie Weiterentwicklung der europäischen Kooperation (SHARE).  

5.  Sendungsbewusstsein für die Interplast-Idee, weil sie einfach gut ist und dank der dezentralen Struktur, jedem große Freiheiten der Selbstgestaltung lässt. 

6.  Dankbarkeit einen so sinngebenden Beruf und eine Berufung gefunden zu haben (nach Jahren der Orientierungssuche), wo effektive Hilfe ganz oben an steht.

7.  Das schönste sind aber die Menschen, die wir täglich zuhause oder auf den Einsätzen kennen lernen dürfen und uns von ihnen anrühren und beeindrucken lassen.

8.  Selber in der Lage zu sein, die Hoffnung von unzähligen bedürftigen Patienten auf Hilfe erfüllen zu können und sich dann über ihre Dankbarkeit freuen.

Ich bin stolz der Interplast-Idee zusammen mit vielen anderen weiter zur Blüte verholfen zu haben und sehr glücklich, dass ich dem Verein etwas meine persönliche Note verleihen durfte. Allen die mir und dem Verein dabei geholfen 
haben, fühle ich mich sehr verbunden und danke Ihnen herzlich. Natürlich bin ich voll Hoffnung, mich auch weiterhin mit Begeisterung der humanitären Plastischen Chirurgie noch lange widmen zu können !
 
André Borsche

Presse

27.09.2017

Welch ein Konzert! – Eindrücke zum Benefizkonzert in der Diakoniekirche

Am Samstagabend, 23. September, verwandelten die Sängerin Maryna Bense, die Querflötistin Petra...

Kat: Presse

21.09.2017

Es hat alles sehr gut geklappt – Raisa und Shamsuddin zurück in Afghanistan

Ein Bericht von Markus Dewender von Kinder brauchen uns e. V. - über die Rückkehr der beiden...

Kat: Eigene Mitteilungen

05.09.2017

Weitermachen, bis es endlich gut wird, auch wenn es 14 Monate dauert

Nach einem schweren Verkehrsunfall in Kabul drohte ihm die Amputation des Beines, der Knocheninfekt...

Kat: Eigene Mitteilungen

04.09.2017

Aibike (7) - Das Mondengelchen aus Kirgisien

Wir behandeln im Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach derzeit Aibike aus Kirgisien, die vor einigen...